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So 18.01.2015 07:54

Ein Plädoyer gegen die Liebe

Eine Klientin sandte mir einen Link auf einen FAZ-Artikel mit dem interessanten Teaser: "Ersatzreligion Liebe - Der Mythos der Liebe ist der Leitstern unserer Zeit: Das einzige Ziel des Lebens ist es, Mr. oder Mrs. Right zu finden. Was für ein Irrtum. Zweisamkeit ist nichts anderes als die Fortsetzung der Ich-Bezogenheit mit anderen Mitteln. Ein Plädoyer gegen die Liebe." Wow, dachte ich. Das muss ich lesen.

Und in der Tat beschreibt der FAZ-Autor in seinem Artikel eine einfache und traurige Wahrheit: Liebe wird gerne verklärt und zu etwas hochstilisiert, was sie nicht ist, nicht sein kann und nicht sein darf. Die Suche nach dem einzig wahren Partner kann nicht der Sinn des Lebens sein. Und: Liebe darf nicht egoistisch sein. Letztendlich schließt der Artikel mit den weisen Worten Erich Fromms, die wichtigste Voraussetzung, einen anderen Menschen lieben zu können, sei die Überwindung des eigenen Narzissmus.

In Wirklichkeit ist dieser Artikel also nicht das Angekündigte: ein Pamphlet gegen die Liebe. In Wirklichkeit spricht sich der Autor gegen eine falsche Liebe aus, die von Äußerlichkeiten, Hollywood-Romantik, Geschenken, Gefälligkeiten und Abhängigkeit geprägt ist. Das kann und das darf Liebe nicht sein, denn diese Form der Liebe entsteht aus selbststüchtigen Motiven.

Vergessen Sie niemals: Liebe ist ausschließlich für den Geliebten da. Liebe soll dem Geliebten gut tun, nicht dem Liebenden. Liebe ist etwas, was man tun muss. Faule oder egozentrische Menschen werden niemals lieben können. Mögen wir alle die Kraft finden, gut zu lieben.

Link zum Originalartikel.





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