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Di 21.04.2015 19:10

Die gute Seite unauflösbarer Probleme

Jeder Mensch hat schon einmal die Erfahrung gemacht, in einem Dilemma festzusitzen. Man weiß, man müsste eine Entscheidung treffen, aber egal ob man sich für die eine oder die andere Möglichkeit entscheidet, man muss immer einen Nachteil in Kauf nehmen. Aus diesem Grunde entscheidet man lieber nicht und harrt der Dinge die da kommen mögen. Das Problem erscheint einem unlösbar.

Nun können zwei Dinge passieren, während man in seinem Dilemma sitzt. Entweder dreht sich die Welt einfach weiter und findet eine Lösung ohne meine Entscheidung. Das Unternehmen, in dem man eh kündigen wollte, geht pleite. Der unbequeme Partner verlässt einen. Die nörgelnde Schwiegermutter stirbt. Manche Probleme lassen sich tatsächlich durch Aussitzen lösen. Die zweite Möglichkeit ist, dass das Dilemma fortbesteht und einem fortwährend zu schaffen macht. Viele Menschen werden sogar ernsthaft krank, während sie in ihren Dilemmata schmoren. Und die andauernde Belastung zwingt früher oder später doch zum Handeln, wenn auch unter höherem Druck. Mit anderen Worten: wenn sich das Problem nicht von selbst löst, wird man letztendlich zu einer (unbehaglichen) Entscheidung gezwungen und das fühlt sich alles andere als gut an.

Wenn man nun eine Entscheidung trifft (bzw. gezwungen wird, eine Entscheidung zu treffen), dann ist das jedoch nicht nur negativ. Zum einen wird man die Last eines "schwebenden" Verfahrens los, viele Menschen empfinden die Auflösung des Dilemmas als "mir ist ein Stein vom Herzen gefallen". Der Druck ist weg und man ist plötzlich mit den Folgen seiner Entscheidung konfrontiert.

Zum Anderen bringt eine solche Entscheidung jedoch auch einen wichtigen Vorteil für das eigene Selbstbild: durch eine Entscheidung bringt man sein "Ich" in die Welt. Das Bild, das ich von mir selbst habe, das Ich, das ich verkörpern will, zeigt sich ja nicht ruhiger See und bei schönem Wetter. Wenn ich aber in einer schwierigen Situation gezwungen bin, mir Gedanken darüber zu machen, wer ich bin und was ich von meinem Leben will, dann (und nur dann) kann ich zu mir selbst stehen und durch meine Entscheidung Farbe bekennen. Meine Entscheidung drückt also aus, zu welchem Ergebnis ich bei meinem Selbstfindungsprozess gekommen bin. Ich zeige mich dadurch der Welt.

Am Ende ist mein Leben ja nicht die Summe alle Urlaube, die ich gemacht habe, sondern das Ergebnis aus der Summe meiner wichtigen Entscheidungen, der wichtigen Weichenstellungen, die ich in meinem Leben getroffen habe.

Mögen wir alle die Weisheit haben, unser Ich mit Mitgefühl und Weitsicht in die Welt zu bringen.





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