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Mi 18.02.2015 15:48

50 Shades of Grey

Nach den Bestseller-Romanen ist nun also auch der Kinofilm ein voller Erfolg. 50 Shades of Grey ist in aller Munde, sadomasochistische Sexualität ist plötzlich ein Begriff und innerhalb weniger Jahre salonfähig geworden. Dabei ist es noch gar nicht so lange her (16 Jahre um genau zu sein), dass ich die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger persönlich darauf ansprach, weshalb sie denn um Himmels willen dem "Frauenbündnis" beigetreten sei, das 1998 Erklärungen gegen Pornographie und sexuelle Gewalt verfasste und sogar schon den Besitz "gewaltverherrlichender" Filme unter Strafe stellen wollte. Sadomasochistische Praktiken wären nach der Vorstellung der damaligen Politikerinnen sogar in den eigenen 4 Wänden unter Strafe zu stellen gewesen. Heute, 16 Jahre später, sind sie nicht nur weiterhin erlaubt, sondern sogar in Literatur- und Filmform ein Kassenschlager. Und was die Feministinnen von damals besonders irritieren dürfte: die überwiegende Mehrzahl der Fans der Sexstory um die Studentin Anastasia Steele und den Millionär Christian Grey sind Frauen.

Menschen, die sich mit dieser Form des sexuellen Ausdrucks beschäftigen, kommen aus allen Schichten und decken alle möglichen Charaktere ab. Es gibt den persönlichkeitsgestörten Sadisten genauso wie den braven Familienvater, der sich einfach gerne fesseln lässt. Es gibt die junge Frau, die Ihre schweren Traumata und Ihre Borderline-Persönlichkeit damit zu kompensieren versucht genau so wie die Büroangestellte, die sich in Gummi wohl fühlt und für Spiele mit Urin begeistern kann. In Wirklichkeit gibt es also mindestens 500 Shades und das gerät bei aller aktuellen "Begeisterung" für das Thema leicht aus dem Blickfeld. Eine differenzierte Betrachtungsweise ist wichtig und auch geboten.

Ich möchte alle "normalen", "nicht perversen" Erwachsenen einladen, den aktuellen Hype zum Anlass zu nehmen, sich mit dem Thema einmal in all seinen Facetten zu beschäftigen. Die meisten sexuell Aktiven können aus dem Bereich Anregungen bekommen, wie sie ihre Sexualität und ihre gemeinsame Erotik wieder interessanter, spannender und vielseitiger gestalten können. Erotik lebt auch und insbesondere von der Abwechslung, dem Unbekannten und dem Aufregenden. Einen sehr schönen Überblick gibt seit fast 20 Jahren Das SM-Handbuch von Matthias Grimme, das wirklich sehr zu empfehlen ist.

Mögen wir alle die Kraft finden, gut zu lieben.





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